Ey man, wo is‘ unser Fahrer?

Bevor wir zur eigentlichen Geschichte kommen muss ich kurz erwähnen, dass wir die ersten 5 Tage auf Bali bei Ayu und Wayan gewohnt haben, die sich wirklich toll um uns und unser Wohlbefinden gekümmert haben.
12km außerhalb von Ubud (ca. eine halbe Stunde Fahrtzeit) haben wir in einem kleinen Dorf gewohnt und wurden zu jeder Zeit von einem Freund der Familie nach Ubud gefahren und auch wieder abgeholt wenn wir wollten. Und hier steigen wir in die Geschichte ein…

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Wir entschließen uns, Ubud ein 2.Mal zu besuchen. Dieses Mal machen wir keine Zeit zum Abholen aus, sondern lassen uns die Mailadresse von Ayu geben und vereinbaren, dass wir einfach eine kurze Mail schreiben, wenn wir abgeholt werden wollen.

Nachdem wir wieder einen wundervollen Tag in Ubud verbracht haben, schreiben wir gegen halb 6 eine Mail mit der Bitte, uns um 19.30 abzuholen (ja…irgendwie sind wir kleine Spießer: selten geht es für uns während des Urlaubs später als 10 ins Bett 😉 ).

Wir essen mal wieder fantastisch und gehen gemütlich zu unserem vereinbarten Treffpunkt. Dass dort noch keiner ist wundert uns nicht, denn eins haben wir schnell gelernt: die „Bali-Time“ tickt nun mal ein bisschen anders als die „German-Time“.
Gegen viertel nach 8 beschließen wir, uns nochmal in ein Restaurant zu begeben um dort WLan zu schnorren (wir hatten noch keine Simkarte).
Keine Antwort auf die Mail.
Wir schreiben also über Facebook und machen uns dann auf den Weg, um eine Simkarte zu kaufen, um anrufen zu können.
Bis wir eine Simkarte finden und uns die liebe Verkäuferin uns diese eingerichtet hat, ist mittlerweile 21 Uhr.
Wir beschließen noch etwas zu trinken und währenddessen die Telefonnummer und Adresse rauszusuchen und dann anzurufen.

Hier eine kleine Zwischeninfo: ich habe wirklich an alles gedacht! Wir hatten eine Reiseapotheke im Wert von mindestens (gefühlt) 200€ mit, eine Stirnlampe und Schlafsackinlays, aber weder ich noch Dominik sind vorher auf die Idee gekommen, Adresse und Telefonnummer unserer Unterkunft rauszuschreiben.

Weiter im Text 😉 Durch irgendwelche Kuriositäten funktioniert unser Internet nicht mehr, auch nicht über Wlan. Also können wir weder Telefonnummer noch Adresse raussuchen. Netterweise gibt uns ein Pärchen am Tisch nebenan ihr Handy und wir schreiben kurz alles raus.
Beim Versuch anzurufen, sagt uns eine nette indonesische Stimme irgendwas…eine Kellnerin übersetzt
„Number is not correct!“
Na super…unsere Geduld schwindet langsam.

Nach einer weiteren halben Stunde beschließen wir, ein Taxi zu nehmen.
Wir suchen einen möglichst seriösen Taxifahrer (nachdem wir Mittags ja bereits abgezogen wurden) und zeigen ihm die Adresse. Er bespricht sich kurz mit seinen Kollegen.
Als er zurückkommt ist everything okay.
„You know the way?“
„Yes, I know way to town, then we have to ask people“

Hm…na gut! Uns bleibt wohl nicht anderes übrig!
Also geht’s los.
Und weil ich eine bekennende Schissbuchse bin, fang ich direkt ein total vertrauensvolles Gespräch an, frag nach seinen Kindern, seiner Frau und so weiter und so fort. Dominik guckt mich schräg von der Seite an, aber egal: ich hab zu viele Bücher gelesen 😀

Nach ca. 30 Minuten machen wir unseren ersten Halt an einem Supermarkt..nun gut, es ist eher eine Theke mit Regalreihen dahinter. Unser Taxifahrer und Dominik steigen aus, um nach den Weg zu fragen. Ich mach mir keine großartigen Sorgen, schließlich hat man uns anfangs gesagt, dass hier jeder jeden kennt.
Die Verkäuferin scheint leider keine Ahnung zu haben und ein weiterer Indonesier kommt hinzu, versucht zu helfen, aber weiß auch nicht weiter.
Kurze Zeit später hält ein Mofafahrer an und will etwas kaufen.
Ich steige dann doch mal mit aus.

Der Mofafahrer will eigentlich nur Zigaretten holen, will aber nun auch helfen (Ehrlich: ich fand und finde es fantastisch, wie UNGLAUBLICH hilfsbereit die Balinesen sind!). Er ruft einen nach dem anderen von seinem Handy aus an. Ich hab das Gefühl, wir finden nie mehr nach Hause und bekomme einen Heulkrampf, woraufhin der liebe Mofafahrer mich direkt ins Ärmchen nimmt und mir versichert, dass alles gut wird.
Unpassenderweise sieht er aus wie Pharell Williams, sodass ich noch unpassenderer Weise „Because I’m happy“ als Ohrwurm hab…Happy bin ich zu dem Zeitpunkt nun wirklich nicht!
Der Gute zeichnet unserem Taxifahrer sogar eine Skizze und wünscht uns viel Glück.
Das können wir wirklich gebrauchen.

Weitere 3 Male halten wir an und fragen nach dem Weg. Im Dunkeln erkennen wir so gar nichts wieder…keine Ecke, kein Haus, kein Baum!

Irgendwann ruft Dominik „Stopp“, springt aus dem Auto und läuft zurück. Gespannt schauen wir durch die Heckscheibe und dann die Erleichterung: Er winkt freudig! Wir haben unsere Unterkunft gefunden!

Der Taxifahrer legt den Rückwärtsgang ein. Plötzlich tauchen von hinten 2 Lichter auf.

DAS
KANN
DOCH
NICHT
WAHR SEIN
!

Das ist unser Fahrer, der gerade Lizzy und Marc, das australische Pärchen, was ebenfalls bei Ayu und Wayan wohnt, in Ubud abgeholt hat.

Letztendlich waren wir 2 Stunden unterwegs.
Hätten wir vielleicht ein Getränk mehr getrunken, hätten wir Lizzy und Marc am Treffpunkt gesehen und wir hätten alle zusammen nach Hause fahren können.
Auch Ayu hatte sich Sorgen gemacht, da sie nichts von uns gehört hat.
Ein blöder Zufall hatte dem Nächsten gefolgt: Tippfehler in der Mailadresse, dann sogar bei Facebook eine Antwort bekommen, die wir aber ja nicht mehr gelesen haben, weil unser Internet nicht mehr ging, ein ein Stündchen zu füh einen Fahrer gesucht, anstatt noch etwas zu trinken und dann noch ein Taxifahrer, der einen Orientierungssinn wie ein Toast hat…

Unser letzte Gedanke vor dem Einschlafen: Hoffentlich findet der arme Taxifahrer den Weg wieder zurück… 😉

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