Job vs. Welt bereisen? 9 to 5 vs. Freiheit?

Tanja von reiseaufnahmen.de hat zur Blogparade aufgerufen zu einem Thema, über das jeder sicher schon mal (zumindest heimlich, still und leise, nachgedacht hat: „Glückssuche: 9 to 5 leben oder den Job kündigen und ab in die Welt?

Die erste Frage, die ich mir bei dem Thema stelle ist

Warum eigentlich immer „entweder…oder“?


Wer will nicht endlos langen Urlaub? Aber ist es dann eigentlich noch Urlaub, wenn man arbeitet?
Ich persönlich finde, dass man häufig den Eindruck bekommt, dass man nur dann die Welt erkunden kann, wenn man sich dazu entscheidet, seinen festen, ortsabhängigen Arbeitsplatz aufzugeben!

Jedoch kann und will ich nicht glauben, dass das der einzige Weg ist!

Bin ich spießig, wenn ich mich das nicht traue, meinen Job aufzugeben und mich mit irgendetwas selbstständig zu machen, was ich von jedem Ort der Welt ausüben kann?
Vielleicht….vielleicht aber auch nicht!
Natürlich hat es viele Vorteile, ortsunabhängig zu arbeiten! Wenn ich diese runterschreiben würde, wäre das nicht aus eigenener Erfahrung, sondern abgeschrieben von meinen Kollegen und das möchte ich nicht! Also schaut euch, wenn euch die Vorteile interessieren, gerne auch ihre Seiten an 🙂

Sind alle festen Jobs ein Hamsterrad?
Häufig fühle ich mich schon fast unter Druck gesetzt, wenn ich lese, dass das Richtige Leben nur unabhängiges Arbeiten von allen Teilen der Welt ist. So empfinde ich es zumindest häufig beim lesen.
Ist mein Job ein Hamsterrad, nur weil es eine Konstante ist mit einem festen Platz? Ich denke nicht. Im großen und ganzen mag ich meinen Job, mag meine Kollegen, mag eine gewisse Konstante. Nicht, dass ich nie Tage hätte, an denen ich keine Lust hab oder am Rumjammern bin…aber hey: wer hat die nicht? Auch in anderen Teilen der Welt, in anderen Jobs hat sicher jeder Mal solche Tage. Und diese Tage sind es, an dem der Gedanke des digitalen Nomadentums einen locken, wie die Schlange damals Eva im Paradies…
Was glaube ich häufig unterschätzt wird, ist das selbstständig sein. Denn“selbstständig“ bedeutet eben auch häufig „selbst“ und „ständig“. Dann ist es kein 9 to 5 Job mehr, sondern ggf. ein 8 to 8 Job.
„Ja aber man macht ja auch das was einem wirklich Spaß macht“ könnten jetzt einige einbringen. Das sollte sowieso jeder tun: einen Job der Spaß macht! Den findet man in den meisten Fällen auch ohne das Risiko der Selbstständigkeit.
„Und die Länder von denen aus man arbeitet: das ist doch der Punkt“. Ich frage mich immer, ob man denn dann ein Land noch so erkunden und entdecken kann, wenn man ja eigentlich arbeiten muss. Ich kann mir das persönlich nicht vorstellen. Es wäre bei mir wahrscheinlich wie beim Lernen:
„Morgen fang ich an“
„Okay, morgen aber wirklich.“
„Nur noch der Ausflug, dann arbeite ich“
Selbstständig sein bedeutet auch viel Selbstdisziplin zu haben. Da sollte man sich selbst schon richtig einschätzen können. Ich habe mit Sicherheit andere Stärken 😉

Festen Job und Welt entdecken – geht das denn überhaupt?

Ich bin der Meinung, dass es klappen kann.
Ein möglicher Schritt ist zum Beispiel, längeren Urlaub beim Arbeitgeber einzureichen! Manchmal natürlich leichter gesagt als getan. Geplant waren z.B. für Indonesien 4 Wochen, bekommen habe ich 3. Damals war das für mich gefühlt das Ende der Welt. Die Erkenntnis, dass ich nicht mal meinen Urlaub so machen kann wie ich es geplant hatte. Das ich nicht „frei“ bin. Infolge dessen habe ich chronische Kopfschmerzen bekommen. Stressbedingt.

Ich bin freiheitsliebend! Aber ich liebe auch meine Homebase!

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich damals nicht ganz nah dran war, eine andere Richtung einzuschlagen.
Und das habe ich irgendwie auch, aber eben nicht, indem ich meinen Job gekündigt habe, sondern meine innere Einstellung geändert habe. Das ist leichter gesagt als getan: dieser Prozess hat über ein halbes Jahr gedauert. Was ich konkret gemacht hab, kann ich nicht beantworten, aber die Unterstützung und auch die teilweise sehr ehrlichen und klaren Worte aus meinem Umfeld haben mir sehr dabei geholfen.
Es ist immer einfacher zu nörgeln, nur das Negative zu sehen und sich zu bemitleiden, zumindest in unserer Gesellschaft. Ich habe mich immer wieder ermahnt, das Positive zu sehen, (wieder) optimistisch zu sein.
Und vielleicht war es Karma, göttliche Fügung oder wie auch immer du es nennen magst: mein Job hat sich verändert, die Tätigkeit, meine Chefin… und mir ging es besser!
Auch jetzt muss ich mich immer wieder in Phasen des Fernwehs daran erinnern, dass es so viel positives an meinem Job gibt: Sicherheit, geregelte Arbeitszeiten (meistens zumindest) und noch viele andere Dinge.

Ich glaube (mittlerweile) nicht (mehr), dass man sich sich entscheiden muss.

Man kann auch so viel verreisen, wenn man die Möglichkeiten nutzt, die man hat und Prioritäten setzt.
Ich für meinen Teil bin über ein Jahr lang neben meinem Vollzeitjob noch kellnern gegangen! Dafür wollte ich kein Mitleid. Immer wenn jemand sagte „ohje…“ Dann antworte ich direkt „Wer viel reisen will, muss auch viel Geld verdienen!“ (Wobei „viel“ ein relativer Begriff ist). Der Großteil dieses Zusatzeinkommens landete auf meinem Sparbuch für die nächste Reise. Mittlerweile geht es auch ohne kellnern 😉
Die innere Einstellung trägt auch dazu bei, dass du beides kannst: Führ dir einfach mal vor Augen, welche Vorteile dein „Hamsterradjob“ hat.

Ich bin der Meinung: so viele Vorteile es hat, unabhängig zu arbeiten, so viele Vorteile hat es auch, neben dem Job zu reisen:

Ich weiß was ich verdiene, habe ein verlässliches Einkommen und kann damit planen.
Ich genieße meinen Urlaub in vollen Zügen. Ich habe nicht im Hinterkopf, dass ich eigentlich noch ein Projekt für einen Kunden fertig machen muss o.Ä.
Ich komme wieder “heim” : ich gehöre zu denen, die sich freuen, nach Hause zu kommen, Fotos zu zeigen und zu berichten! Das würde ich ich vermissen! Sehr sogar!
Dazu kommt, dass ich sehr familienbezogen bin. Nicht, dass ich nicht ein paar Tage ohne sie kann. Aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich die meiste Zeit zu jeder Zeit vorbeikommen kann 🙂

Es wird noch viele weitere Gründe geben und wahrscheinlich eben so viele, die für ortsunabhängiges Arbeiten sprechen.

Generell will ich für mich nicht ausschließen, auch mal eine längere Reise und eine damit verbundene Auszeit zu nehmen, im Gegenteil! Aber hier alles aufgeben? Ich glaub, da bin ich nicht der Typ für.

Bei manchen Sachen gibt es eben kein Richtig oder Falsch! Es gilt nur, was dir gefällt! Und manchmal hilft es, einige Dinge einfach mal von einer anderen Seite zu betrachten 🙂

Wie machst du das?

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Ein Gedanke zu “Job vs. Welt bereisen? 9 to 5 vs. Freiheit?

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