Havanna – ein wunderbares Klischee

Havanna, Kuba

Endlich ist es soweit: Seit mehreren Jahren ist Kuba auf unserer Reiseliste. Jetzt endlich sind wir da!


Mit 3 Stunden Flugverspätung und 2,5 Stunden Warterei aufs Gepäck, treten wir Nachts um 23 Uhr aus dem Flughafen – raus in die Wärme Kubas.

Unsere Unterkunft hat uns einen Taxifahrer geschickt, der geduldig auf uns wartet. Doch bevor es es losgeht, müssen wir noch kurz Geld wechseln. Die Wechselstube am Flughafen hat schon Feierabend. Also auf zum Geldautomaten. Und da passiert es:

Klischee 1: Manchmal gibt der Geldautomat kein Geld aus!

Tatsache: Der Geldautomat am Flughafen hat leider kein Geld mehr für uns. Kurz sind wir unsicher, ob es eventuell an unserer Karte liegt, aber nach einem kurzen Telefonat mit der Bank haben wir die Gewissheit, dass unsere Karte freigeschaltet ist. Wir fahren ein bisschen in der Gegend rum, um irgendwann einen Bankautomaten zu finden. Und als müsste uns Havanna ihr wahres Gesicht zeigen, stolpern wir praktisch über

Klischee 2: Auf der Straße wird Salsa getanzt!

In dem Moment geht es mir einfach gut. Wir fahren am Malecon vorbei, sehen ein Paar, das zu den Klängen einer Musikbox (die gefühlt jeder Kubaner zu seinem 6. Geburtstag bekommt) entspannt im Licht der Laternen Salsa tanzt. Wahnsinn. Willkommen auf Kuba!

Unsere Unterkunft erweist sich als gute Wahl und wir können uns gut vorstellen, die nächsten 3 Nächte hier zu verbringen.

Der nächste Morgen startet früh. Unser Frühstück wartet bereits auf der Terrasse und wir genießen frischen Guavensaft, Ananas, Banane, Toast und zuckersüßes Gebäck. Dabei fällt uns direkt auf dass auch

Klischee 3 stimmt: Auf Kuba merkt man den Kommunismus!

Das fällt uns auch im weiteren Verlauf unserer Reise auf. Es ist schon sehr präsent, dass z.B. die Auswahl der Lebensmittel sehr begrenzt ist. Wir haben uns vorher darauf eingestellt und waren nicht überrascht. Schaut man sich zum Beispiel Hotelbewertungen an, in denen die Menschen den Mangel an Auswahl kritisieren (Anm. wir waren 4 Tage in einem Hotel auf Cayo Guillermo; es war, insbesondere für Kuba, eine äußerst große Auswahl an Essen zu finden), komme ich nicht herum zu hinterfragen, ob die Leute sich denn vorab nicht mit dem Land beschäftigt haben.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg und wollen Richtung Altstadt laufen. Es ist laut auf Havannas Straßen. Jedoch nicht vom Verkehrslärm, sondern von den vielen Menschen, den Dialogen und der Musik, die aus To-Go-Boxen und Wohnungen strömt. Wir laufen durch die Straßen und uns fällt

Klischee 4 auf: Die alten Autos sind omnipräsent (und ich liiiiebe es)!

Um ehrlich zu sein hatte ich etwas Sorge, dass meine Vorstellung von Havanna nicht (mehr) der Realität entspricht. Ich hatte schon fast damit gerechnet, dass nur noch ein kleiner Teil der für das Stadtbild so typische Oldtimer zu sehen sind, nämlich die, die Touristen umherfahren. Dem ist nicht so! Ca. 95% der fahrenden Autos sind Oldtimer! Mal in gutem, mal in weniger gutem Zustand – aber sie sind da und prägen das Stadtbild weiterhin. Uns hat jemand erzählt, dass die neuen Autos in keinster Weise erschwinglich für die Kubaner sind. Da kostet ein Auto schnell das 1.000fache eines Monatslohns (wohlbemerkt ein nicht mehr ganz so neuer Kleinwagen).

Wir gehen weiter – am Malecon entlang, bestaunen heruntergekommene Häuser in erster Reihe und lassen uns frischen Wind um die Nase wehen. Plötzlich werden wir angesprochen. Unser Spanisch beschränkt sich auf das Nötigste, weshalb wir direkt zu

Klischee 5 kommen: Auf Kuba wird fast ausschließlich Spanisch gesprochen!

Wir wollten es nicht glauben, als man uns das sagte. Wir mussten es dann bitter feststellen: Auf Kuba wird so gut wie kein Englisch gesprochen. In unseren Casas kann der ein oder andere etwas Englisch und auch der Mann, der uns auf der Straße anspricht, kann etwas Englisch. Jedoch kann der Großteil der Bevölkerung eben kein Englisch. Herausfordernd für uns und sie! Schade für uns: Wir hätten uns gerne mehr mit den Menschen unterhalten.

Der junge Mann scheint ein Nachbar unserer Unterkunft zu sein, fragt wo wir hin wollen. Wir erzählen es ihm und er sagt, er bringe uns ein Stück weiter, dort würde er es uns erklären. Ich bin begeistert von dieser Aufgeschlossenheit und stelle ungefähr 5 Minuten später fest, dass wir mitten in

Klischee 6 stecken: „Günstige“ Zigarren gibt es an jeder Straßenecke!

Er bringt uns zu einem Wohnhaus. Erzählt, dass die Regierung ein neues Gesetz verabschiedet hat. Jetzt dürfen also auch Privatpersonen Zigarren verkaufen. Dominik flüstert mir leise zu „Davon hab ich gelesen! Das sind keine originalen Zigarren die die verkaufen.“. Wir gehen die Treppe hoch zu einer Wohnung, ein Herr empfängt uns und preist uns die Zigarren an. Angeblich echte Cohibas, überraschenderweise zur Hälfte des regulären Preises. Wir lehnen dankend ab. Einmal, zweimal, dann können wir gehen. Unsere freundliche Bekanntschaft von der Straße ist nun nicht mehr so euphorisch, zeigt uns aber noch den Weg zum Parlament und ist dann weg.

Tipp: Also Achtung: Wenn du Zigarren kaufen möchtest, nur in offiziellen Läden. Schau vorher im Internet oder in deinem Reiseführer. Auch auf Kuba kosten die guten Zigarren Geld. Wer glaubt, für 5 oder 10 Euro eine original Cohiba zu bekommen, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen.

Hier habe ich noch einige Tipps rund um Havanna (Sehenswürdigkeiten lasse ich jetzt mal außen vor, da diese zu genüge auf anderen Blogs und in Reiseführern zu finden sind):

Unterkunft:

Bei AirBnB haben wir die letzte Nacht bei Abel gewohnt. Eine wunderbare Unterkunft im Kolonialstil. Es mutet eher an ein Hotel als an eine Casa an, was uns aber nicht gestört hat.

Restaurants:

Ein kleines Restaurant möchte ich dir besonders ans Herz legen. Das „Ciclo Cuba Cafe“. Hier haben wir fast jeden Mittag die wahnsinnig leckeren Tacos gegessen. Wirklich gar nicht teuer und sooo lecker!

Ein weiteres Restaurant welches ich dir empfehlen kann, ist ein Pizza-Restaurant. Jetzt kann man sagen: „Waaas? Du isst Pizza auf Kuba?“ Äh ja… und es hat sich wirklich gelohnt. Im „Il Rustico“ kann man superleckere Pizza essen, die übrigens auch deutlich leckerer war, als hier bei unserem heimischen Lieferservice 😉

Warst du schonmal in Havanna? Wie sind deine Erfahrungen?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.